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EA839 2.9 TFSI · Volkswagen Group

Volkswagen EA839 2.9

Tuning Guide.
EA839 2.9
EA839 2.9
01 Chapter 1Kapitel 1

Übersicht.

Der EA839 2.9 TFSI ist die Biturbo-Ausbaustufe der V6-Plattform des Volkswagen-Konzerns. Zwei Turbolader sitzen im Hot-V zwischen den Zylinderbänken und halten die Abgaswege extrem kurz. Deshalb spricht der Motor nahezu ohne Verzug an.

Serienmäßig leistet er 450 PS und 600 Nm im RS4 B9 und RS5 F5, im Porsche Cayenne S sind es 440 PS.

Eckdaten
2,9-Liter-V6-Biturbo
Zwei Turbolader im Hot-V zwischen den Zylinderbänken
Extrem kurze Abgaswege für direktes Ansprechen
Direkteinspritzung
Gemeinsame Plattform mit dem 3.0 TFSI Monoturbo
02 Chapter 2Kapitel 2

Modifikationen.

STAGE 1

Software

Stage 1 umfasst ECU- und TCU-Tuning, die Serienhardware bleibt unverändert.

01
ECU-Tuning
02
TCU-Tuning
Vorteile
Direktere Gasannahme
Mehr Drehmoment und Ladedruck
Schnellere Schaltvorgänge
Insgesamt besseres Fahrverhalten
STAGE 2

Software + Hardware

Stage 2 ergänzt das Tuning um Upgrades an Luftführung und Kühlung, etwa Downpipe und Ladeluftkühler, für mehr und konstantere Leistung.

01
ECU-Tuning
02
TCU-Tuning
03
Downpipe-Upgrade
04
Ladeluftkühler-Upgrade
05
Ansaugsystem
06
Turbo-Inlet
03 Chapter 3Kapitel 3

Schwachstellen.

01

Verschleiß an Steuerkette und Kettenspanner

Die Steuerkette sitzt hinten am Motor, zur Getriebeseite. Der Spanner kann unter Dauerlast verschleißen, und der 2.9 leistet rund 100 PS mehr als die Monoturbo-Variante derselben Bauart.

Kümmere dich früh darum: Ein defekter Spanner kann die Kette überspringen lassen und schwere Motorschäden verursachen. Weil die Kette getriebeseitig sitzt, muss für die Reparatur das Getriebe raus. Genau deshalb zahlt sich die Kontrolle bei der regulären Wartung aus.
Symptome
Rasseln beim Kaltstart
Klappergeräusche vom Motor
Fehlercodes zu den Steuerzeiten
Unruhiger Lauf
02

Verkokung

Der 2.9 spritzt direkt in den Brennraum ein, es läuft also nie Kraftstoff über die Einlassventile. Ablagerungen entstehen wie beim 3.0, durch die höhere Last des Biturbo aber meist früher.

Beim Biturbo wird üblicherweise alle 50.000–80.000 km eine Walnussstrahlreinigung empfohlen, früher als bei der Monoturbo-Variante. Bei getunten Fahrzeugen früher prüfen.
Symptome
Unruhiger Leerlauf
Verminderte Gasannahme
Leistungsabfall
Fehlzündungen beim Kaltstart
03

Ölverbrauch

Der Ölverbrauch steigt mit der Last, und der Biturbo fährt sowohl höheren Ladedruck als auch höhere Abgastemperaturen als der 3.0. Manche Exemplare verbrauchen bei sportlicher Fahrweise spürbar mehr.

Behalte den Ölstand zwischen den Wartungen im Blick und bleib bei freigegebenem vollsynthetischem Öl. Mit zwei Ladern im Hot-V führt Ölmangel schneller zum Schaden als bei einem Monoturbo.
Symptome
Regelmäßiges Nachfüllen von Öl
Warnungen wegen zu niedrigem Ölstand
Blauer Abgasrauch
Verschmutzte Zündkerzen
04

Ausfall der Wasserpumpe und des Thermostats

Die Kühlkomponenten können undicht werden oder ausfallen. Bei einem Hot-V-Turbomotor, der ohnehin viel Hitze staut, droht dann schnell Überhitzung.

Ausfälle werden häufig schon deutlich vor 80.000 km gemeldet, und das Kühlmittel-Absperrventil trifft es genauso oft wie die Pumpe selbst. Als Ersatz wird die überarbeitete Baugruppe empfohlen; prüf bei der Gelegenheit gleich die Kühlmittelleitungen mit.
Symptome
Kühlmittellecks
Kühlmittelgeruch
Überhitzungswarnungen
Schwankende Temperaturanzeige
05

Hitzestau und Kühlungsbelastung

Die Lader sitzen mitten im V. Bei sportlicher Fahrweise steigen Ansaug- und Öltemperaturen deshalb schnell.

Beide Turbolader sitzen im Hot-V unter dem Ansaugtrakt. So spricht der Motor spontan an, die Hitze sammelt sich aber mitten im Motor, und für jede Arbeit an den Ladern muss viel zerlegt werden. Bei getunten Fahrzeugen helfen ein stärkerer Ladeluftkühlkreis und ein zusätzlicher Ölkühler.
Symptome
Leistungsverlust bei heißem Motor
Erhöhte Ansaugtemperaturen
Zündwinkelrücknahme unter Last
Leistung kommt zwischen Volllastfahrten nur langsam zurück
06

Zündungsprobleme

Der Biturbo fährt deutlich höheren Zylinderdruck als der 3.0. Getunte Setups belasten die Zündanlage aller sechs Zylinder, und Funkenabriss tritt früher auf als bei der Monoturbo-Variante.

Besonders häufig bei Stage-2- und Ethanol-Konfigurationen. Üblich sind eine kältere Wärmewertstufe und ein kleinerer Elektrodenabstand.
Symptome
Fehlzündungen
Zündspulenausfälle
Funkenabriss
Zylinderspezifische Fehlercodes
07

Belastung von ZF-8HP-Getriebe und Antriebsstrang

Das ZF-8HP-Automatikgetriebe ist robust, doch hohe Drehmomentwerte setzen ihm auf Dauer zu.

Bei getunten Fahrzeugen werden regelmäßiger Getriebeservice und ein passendes TCU-Tuning wichtiger.
Symptome
Abrupte oder verzögerte Schaltvorgänge
Kupplungsrutschen
Überhitzung
Rupfen unter Last
08

Verschleiß der Kipphebel-Lagerung (vor Mitte 2018)

Eine bekannte Konstruktionsschwäche des EA839: Die Nadellager in den Kipphebeln waren in frühen Motoren zu klein dimensioniert. Audi hat sie im Lauf der Produktion deutlich vergrößert. Bleibt der Verschleiß unbemerkt, kann der Ventiltrieb Schaden nehmen.

Motoren ab etwa Mitte 2018 haben die überarbeiteten Lager. Bei älteren Fahrzeugen lohnt sich die Prüfung des Ventiltriebs bei jeder regulären Wartung: Die Reparatur kostet einen Bruchteil dessen, was ein Ausfall kostet.
Symptome
Ticken oder Rasseln aus dem Zylinderkopf
Metallisches Geräusch, das mit der Drehzahl steigt
Metallpartikel im Ölfilter
Unruhiger Lauf oder Zündaussetzer
09

Undichter Kurbelwellensimmerring hinten

Der Simmerring der Kurbelwelle zum Getriebe hin ist ein bekannter Schwachpunkt des EA839. Öl tritt am Übergang zwischen Motor und Getriebe aus, typischerweise zwischen 60.000 und 100.000 km.

Für die Reparatur muss das ZF-8HP-Getriebe raus. Die Arbeitszeit übersteigt den Preis des Dichtrings um ein Vielfaches. Tausch ihn mit, wenn das Getriebe ohnehin einmal draußen ist.
Symptome
Ölfilm am Übergang Motor–Getriebe
Öltropfen unter dem Fahrzeug nach längeren Standzeiten
Geruch nach verbranntem Öl nach harter Fahrt
Sinkender Ölstand ohne sichtbaren Verbrauch
04 Chapter 4Kapitel 4

Wartung.

01

Ölwechsel

Zwei Lader im Hot-V tragen mehr Hitze ins Öl als jede herkömmliche Anordnung. Bei getunten Fahrzeugen bleib am kurzen Ende des Intervalls.

Empfohlen
Hochwertiges Synthetiköl
Empfohlen
10000 15000km
02

Zündkerzenwechsel

Sechs Zylinder unter Biturbo-Druck. Verschlissene Kerzen zeigen sich als Aussetzer unter Last, lange bevor im Leerlauf etwas auffällt.

Empfohlen
20000 30000km
03

Warmfahren

Mit beiden Ladern im V steigt die Öltemperatur schnell, der Block selbst braucht länger. Richte dich nach der Öltemperatur, nicht nach dem Kühlwasser.

Empfohlen
Öltemperatur vor Ladedruck
Empfohlen
80°C
04

Kaltfahren

Weil beide Turbolader zwischen den Zylinderbänken sitzen, kann die Hitze nach dem Abstellen nirgends hin. Kurzes Nachlaufen im Leerlauf schont die Lager.

05

Wartung des Kühlsystems

Regelmäßig überprüfen:

Kühlmittelleitungen
Wärmetauscher
Wasserpumpen
Kühler

Besonders wichtig bei getunten Fahrzeugen.

06

Getriebeservice

Bei getunten Fahrzeugen wird die Wartung des ZF 8HP wichtiger.

Empfohlen
40000 60000km
07

Kontrolle der Wasserpumpe

Ausfälle werden bei dieser Plattform häufig schon deutlich vor 80.000 km gemeldet.

Empfohlen
Pumpe und Kühlmittel-Absperrventil bei jeder Wartung prüfen

Eine defekte Pumpe, die drin bleibt, kann dazu führen, dass das Vakuumsystem Kühlmittel zieht. Das nimmt dann Unterdruckpumpe und Bremskraftverstärker mit.

Empfohlen
60000km
08

Ventiltrieb prüfen (vor Mitte 2018)

Frühe Motoren haben die zu klein dimensionierten Kipphebel-Lager.

Empfohlen
Beim Kaltstart auf Ticken achten
Ölfilter auf Metallpartikel prüfen
Empfohlen
At every regular service